Die Geschichte des Schlafes

Die Geschichte des Schlafes ist so alt, wie die Geschichte des Lebens. Man könnte dabei sehr weit ausholen – was aber den hiesigen Rahmen sprengen würde. Aus diesem Grund wollen wir versuchen, den Beitrag kurz und verständlich zu halten ohne allzu weit ins wissenschaftliche abzudriften.

Wo fangen wir an? Am besten ganz vorne.


Wer oder was schläft eigentlich? Und warum? Die Frage „Wer“ lässt sich relativ kurz mit Jeder und alles beantworten. Jedes Lebewesen, ja selbst Mikroorganismen bis hin zum Einzeller brauchen regenerative Phasen, die wir als Schlaf bezeichnen. Bei Pflanzen ist man sich nicht ganz einig, ob es wirklich eine Form von Schlaf ist, wenn sie die Photosynthese mangels Sonnenlichtes unterbrechen. Schlaf ist so alt wie das Leben selbst. Schon T-Rex brauchte seine Ruhepausen in Form von Schlaf.

Muss Schlaf denn wirklich sein?


Alle müssen schlafen. Wer nicht schläft, hat keine Chance zu überleben. Aus diesem Grunde wurde Schlafentzug früher auch gerne als wirkungsvolle Foltermethode eingesetzt. Entziehen wir dem Körper Schlaf, hat dies drastische Folgen, die sich in Erkrankungen bis hin zum Tod äußern können.

Der moderne Mensch und der moderne Schlaf


In unserer modernen durchgetakteten Welt wird erholsamer Schlaf immer mehr zu einem Problem. Woran liegt das eigentlich? Um dies herauszufinden, haben Wissenschaftler eine große Studie durchgeführt, in der sie das Schlafverhalten sowie die Schlafgewohnheiten mehrerer Naturvölker erforschten.Dabei fanden sie heraus, dass ihre Probanden mit einer Schlafdosis von sechs bis sechseinhalb Stunden auskamen. Schlafstörungen waren allen Naturvölkern unbekannt. Sie hatten nicht mal ein Wort dafür. Wieso haben wir dann so weitverbreitete Probleme gesunden Schlaf zu finden?

Naturvölker schlafen natürlich!


Naturvölker haben ihren Namen nicht ohne Grund. Sie leben im Einklang mit der Natur, die uns alles bereitstellt, was der Körper braucht. Und das ist neben Wasser und Nahrung das Sonnenlicht. Durch den Aufenthalt unter freiem Himmel bekommen diese Menschen ausreichend Vitamin D zugeführt. Der Vitamin D-Anteil im Körper wirkt sich auf wesentliche Körperfunktionen aus, die wir hier nicht näher beleuchten wollen. Ein Mangel an Vitamin D kann jedoch zu Störungen des Schlafverhaltens sowie einzelner Organe führen. Auch Depressionen können daraus resultieren, in deren Behandlung immer häufiger zur Lichttherapie (wer hätte es gedacht?) gegriffen wird.

Was passiert im Schlaf?


Wenn wir uns unseren Körper wie eine große Fabrik vorstellen, dann ist die Schlafphase die Zeit, in der die Reinigungstrupps einlaufen und unbemerkt von der Belegschaft, die Hinterlassenschaften des Tages beseitigen und kleinere Reparaturarbeiten durchführen. Kommt der Trupp mal eine Nacht nicht, dann ist dies noch kein Drama. Nach wenigen Tagen aber wird die Firma im Chaos versinken und ihre Produktivität einstellen. So ergeht es auch unserem Körper bei Schlafentzug. Professor Lesch beschrieb dies in einer Sendung folgendermaßen: Die „Abfallstoffe“, die im Gehirn während der Wachphasen entstehen, werden im Schlaf „entsorgt“. Würde diese körpereigene Entsorgung nicht stattfinden, wäre innerhalb eines Jahres mehr Abfallstoff als Gehirnmasse im Kopf zu erwarten. Irgendwie beantwortet mir das schon so einige Fragen. Viele scheinen nie zu schlafen.

Was reguliert den Schlaf?


Reguliert wird unser Schlaf durch die „innere Uhr“ – und genau da hakt das System ein wenig, da diese innere Uhr das Tageslicht (dem wir uns ständig entziehen) nutzt, um sich stets neu zu kalibrieren. Genaugenommen hat der Körper sogar mehrere interne Uhren. Jedes Organ hat einen eigenen Timer, der ständig von der sonnenlichtgesteuerten Hauptuhr synchronisiert wird. Ist die Steuerung der Hauptuhr gestört, wirkt sich das auf den gesamten Körper aus.

Wo führt das hin?


Dies führt zu Einschlafstörungen sowie Durchschlafstörungen. Probleme, die nahezu jeder von uns schon mal hatte oder dauerhaft hat. Dadurch findet der Körper nicht mehr zu seinen benötigten Schlafzyklen, welche die Einschlafphase, Leichtschlafphase, Tiefschlafphase und REM-Phase beinhalten. Vier dieser Schlafzyklen sollten wir jede Nacht durchlaufen, um von gesundem Schlaf sprechen zu können. Schlafstörungen geht man heutzutage im Schlaflabor nach. Dort kann unter Aufsicht sehr genau festgestellt werden, ob bestimmte Schlafphasen durchlaufen werden oder gar eine Schlafapnoe vorliegt. Diese Möglichkeiten und Erkenntnisse hatten unsere Vorfahren allerdings noch nicht. Im Mittelalter galt Schlaf als vergeudete Zeit. Heute wissen wir, dass die erforderliche Menge an Schlaf für jeden individuell ist. Manch einer kommt mit wenigen Stunden Schlaf gut aus – andere schlafen „ewig“. Von Albert Einstein ist z.B. übermittelt, dass er täglich bis zu 12 Stunden schlief.

Wann kamen die Probleme?

Der Einzug von Maschinen in der Industrie hat dann dazu geführt, dass rund um die Uhr gearbeitet werden konnte und dem Menschen plötzlich Arbeitszeiten abverlangt wurden, mit denen unser sonnengesteuerter Biorhythmus so gar nicht klar kam. Durch flächendeckende Stromversorgung konnte der Mensch sich zudem der Abhängigkeit der Sonne entziehen – dachte man zunächst. Aber die innere Uhr lässt sich nicht überlisten. Das Zeitalter der Schlafprobleme war geboren.

Heutiges Wissen

Heute wissen wir, dass Schlaf sich nicht steuern lässt. Wenn auch die Erfindung der Schlaftablette im Jahre 1902 zunächst hoffen ließ, damit die Schlaflosigkeit überlisten zu können und den Schlaf dann einzufordern, wenn man ihn gerne hätte, wurde man sich schnell des Trugschlusses bewusst. Durch Schlaftabletten erzwungener Schlaf hat nämlich nicht annähernd die regenerative Wirkung des natürlichen Schlafes. Anders als beim natürlichen Schlaf, fehlt beim Einsatz von Babitoriaten die Traumschlafphase (REM), in der sich Körper und Geist erholen. Aus diesem Grunde bewirkt die Einnahme von Schlaftabletten langfristig das genaue Gegenteil der erhofften Wirkung. Man schläft zwar, hat aber nicht die regenerierende Wirkung natürlichen Schlafes und ist demzufolge trotz „Schlaf“ nicht erholt. Wie Sie auch ohne Schlaftabletten zu gesundem Schlaf finden, zeigen wir Ihnen im Artikel „Die besten Tipps vom Schlafprofi“.

 

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.*

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Die Datenschutzbestimmungen habe ich zur Kenntnis genommen.
  • gut

    Toller beitrag vieles wusste ich noch garnicht. Habe eine frage würden wir natürlich durch die innere uhr im winter mehr schlafen weil weniger sonnenlicht da ist?