Palmöl, der Regenwaldkiller

Palmöl ist das wichtigste Pflanzenöl auf der Welt. Auf einer Fläche so groß wie halb Deutschland werden Ölpalmen angepflanzt. Jährlich kommen so ca. 60 Millionen Tonnen Palmöl und -Fett zusammen. Warum der massive Anbau der Pflanze so gravierende Auswirkungen auf das Klima, Tiere und Menschen hat, erfahren Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Palmöl?

Palmöl wird aus den Früchten und Samen der Ölpalme gewonnen. Das aus den Samen gewonnene Öl nennt man Palmkernöl. Das gewonnene Öl wird nach der Ernte bei hoher Temperatur und viel Druck gepresst, so erhält man orangenes Rohpalmöl. Anschließend wird das Rohpalmöl in Raffinerien gebleicht, raffiniert und desodiert. Bei diesem Prozess werden Geruchs-, Farb-, Fest- und Aromastoffe entfernt.

Palmöl hat einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren (ca. 50%). Die anderen 50% bestehen aus ungesättigten Fettsäuren.

Wofür braucht die Welt so viel Palmöl?

Es besteht deshalb eine so hohe Nachfrage nach Palmöl, da es sehr günstig ist und für die Industrie vorteilhafte Eigenschaften hat. Zum Beispiel ist es geruchs- und geschmacklos und löst sich erst bei hohen Temperaturen auf. Das heißt bei Zimmertemperatur ist es cremeartig und fest. Diese Eigenschaften machen Palmöl vielseitig einsetzbar. Palmöl ist unter anderem enthalten in:

  • Biosprit (Biodiesel und Benzin) Übrigens ist Biosprit laut Studien 3-mal so schädlich wie normaler Diesel und Benzin, weil bei der Abholzung der Regenwälder immense Mengen an CO2 freigesetzt werden.
  • Lebensmitteln (Margarine, Speiseeis, Gebäck, Schoko- und Nussaufstriche, Schokoriegel, Kekse, Müsli, Tiefkühlpizzen und vielen anderen Produkten)
  • Tierfutter (das Öl wird bei der Produktion von Futter für Rinder, Schweine und Geflügel benutzt. Wer also viel Fleisch ist verbraucht auch gleichzeitig viel Palmöl).
  • Chemie und Pharmazie
  • Pflege-, Wasch- und Reinigungsmitteln sowie in Kosmetikprodukten
Die Nachfrage und Anwendungsbereiche für Palmöl sind riesig. Außerdem haben Länder in Südostasien ein großes Interesse daran immer mehr Palmöl zu vertreiben, da 85% des Öls aus dieser Region stammt.

Warum muss der Regenwald abgeholzt werden?

Die Ölpalme kommt ursprünglich aus den Regenwäldern Afrikas und benötigt ein tropisches Klima zum Wachsen. Das heißt eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen. Dieses Klima findet man rund um den Äquator. Um die riesigen Palmöl-Plantagen anbauen zu können, muss der Regenwald weichen und wird entweder gerodet oder abgeholzt.

Bei der Rodung der Wälder werden riesige Mengen an gespeichertem CO2 freigesetzt, was zusätzlich zur Erderwärmung beiträgt. Schon jetzt mussten ca. 25 Millionen Hektar Waldfläche für den Palmölanbau Platz machen. Oft wird auch illegal Waldfläche gerodet, da nicht genau von der Regierung der entsprechenden Länder geklärt ist, wem der Regenwald gehört.

Auswirkungen auf Mensch und Tier

Tiere und Menschen leiden sehr unter der aggressiven Ausbreitung von Palmöl-Plantagen und der damit verbundenen Rodung der Regenwälder. Ohnehin schon bedrohte Arten wie Orang-Utans, Tiger und tausende andere Spezies verlieren mehr und mehr ihren Lebensraum. Auch die große Vielfalt an Pflanzen geht verloren. Regenwälder sind schließlich die artenreichsten Gebiete der Welt.

Für die angrenzenden Bewohner der Waldgebiete sieht es auch nicht gut aus. Sie werden oftmals gewaltsam von ihrer einstigen Heimat vertrieben. Durch die Brandrodung breiten sich oft Feuer auf angrenzende Waldstücke aus und erzeugen einen giftigen Rauch, der sich über die Dörfer zieht und die Menschen krank macht.

Was Sie tun können

Als Verbraucher haben Sie die Macht zu entscheiden was Sie kaufen und beeinflussen auch die Nachfrage und den Handel. Zugegeben es ist schwer, Palmöl komplett aus dem Weg zu gehen. Aber Sie müssen auch nicht komplett darauf verzichten.

Nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie die Inhaltsstoffe auf den Produkten. Sollte Palmöl enthalten sein, suchen Sie eine Alternative. Viele Anbieter bieten die gleichen Produkte mit alternativen Ölen an. Eine weitere Möglichkeit ist wenig Fleisch zu verzehren aber dafür Hochwertiges. Denn wer Fleisch kauft, der kauft auch Palmöl. Generell empfiehlt es sich Frische statt Fertigprodukte zu kaufen, damit tun Sie der Umwelt und sich selbst einen Gefallen.

Fahrrad fahren und öffentliche Verkehrsmittel nutzen trägt auch viel zur Vermeidung von Palmöl und Schadstoffaustoßung bei. Es gibt viele Möglichkeiten, die sich auch mit anderen Umwelt förderlichen Maßnahmen verbinden lassen und leicht umzusetzen sind.

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