Vegetarismus

Rund 15% der deutschen Bevölkerung essen kein Fleisch und keinen Fisch. Vegetarismus und andere Ernährungsarten werden zu einem immer größeren Thema. Aber ist die vegetarische Ernährung wirklich so gesund, und welche Vor- und Nachteile bringt sie noch mit sich?

Inhaltsverzeichnis

Definition

Es gibt viele Ernährungsarten und es kommen immer neue dazu. Auch bei dem Vegetarismus gibt es mehrere Unterarten sowie ähnliche Ernährungsweisen.
Der Vegetarismus stellt eine Ernährungsart dar, die nur Pflanzliches und Produkte vom lebenden Tier in Anspruch nimmt. Die vegetarische Ernährung lässt sich in sechs Unterarten aufteilen:

  • Ovo-Lacto-Vegetarier verzichten nur auf Fisch und Fleisch und nehmen Milch, Milchprodukte und Eier zu sich.
  • Lacto-Vegetarier ernähren sich wie Ovo-Lacto-Vegetarier, mit dem Unterschied, dass sie auch keine Eier zu sich nehmen.
  • Ovo-Vegetarier hingegen nehmen Eier zu sich und verzichten auf Milch, Milchprodukte, Fleisch und Fisch.
  • Bei einer veganen bzw. streng vegetarischen Ernährung werden nur pflanzliche Produkte verzehrt.
  • Frutarier nehmen ausschließlich pflanzliche Produkte zu sich, die den Pflanzen nicht schaden.
  • Pudding-Vegetarier vermeiden ebenfalls Fleisch und Fisch, essen aber viele Süßigkeiten und Fertigprodukte.
Vegetarische Ernährungsweisen lassen sich auch zu anderen abgrenzen. So verzichtet der Pescetarier auch auf Fleisch, nimmt aber Fisch und Meeresfrüchte zu sich. Der Veganismus verzichtet in allen Lebensbereichen auf tierische Produkte und der Flexitarier verzichtet bei einer gesunden Ernährung gelegentlich auf Fleisch und Fisch.
Auch das sonstige Ernährungsverhalten unterscheidet sich bei vielen Vegetariern, bspw. geht jeder Vegetarier mit Produkten, die Gelatine enthalten, anders um.

Vorteile & Nachteile

Der Vegetarismus bringt viele gesundheitliche und ökologische Vorteile mit sich, jedoch gibt es auch ein paar Nachteile.

Vorteile Nachteile

- Körpergewicht kann normalisiert und reguliert werden

- Geringeres Risiko an Zivilisationskrankheiten (wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen) zu erkranken                                                                                               

- Cholesterinspiegel kann normalisiert werden

- Verstopfung und Folgeerkrankungen können vermindert werden

- Kann zu einem gesünderen Lebensstil und besser abgedeckten Nährstoffbedarf führen

- Keine Beteiligung an der industriellen Fleischproduktion und der industriellen Massentierhaltung 

- Führung eines umweltverträglicheren Lebensstils

- Steigerung der Gefahr für Lebensmittelallergien

- Risiko von Mangelerscheinungen und anderen Problemen, wenn keine ausreichende Nährstoffaufnahme durch andere Produkte sichergestellt werden kann

- Höherer Aufwand in Einkauf, Zubereitung und erschwertes Auffinden von auswärtigen Essmöglichkeiten

- Zusammenstellung der richtigen Ernährung und intensive Auseinandersetzung mit dem Körper, Bedürfnissen, Produkten und Inhaltsstoffen

Da der Vegetarismus viele gesundheitliche und ökologische Vorteile mit sich bringt, lässt sich abschließend also sagen, dass sich der vegetarische Lebensstil in jedem Fall lohnt, man muss nur dazu bereit sein, sich mit seiner Ernährung intensiv auseinanderzusetzen und einen etwas größeren Aufwand zu erbringen.

Geschichte

Der erste große Vegetarier lebte bereits vor ca. 2500 Jahren: Pythagoras. Er war ein griechischer Gelehrter und lebte um 570 bis 500 v.Chr. Er und die Pythagoreer waren gegen den Verzehr von Fleisch und Eiern sowie auch gegen Tieropfer. Sie glaubten, dass das Töten von Tieren auch aggressiv gegenüber Menschen mache. Auch in Indien und bei den Orphikern traten Anfänge des Vegetarismus auf.
Im Mittelalter spielte der Vegetarismus nahezu keine Rolle und Fleisch war ein sehr beliebtes Nahrungsmittel.
In der Neuzeit sowie in der Aufklärung gewann der Vegetarismus durch Personen wie Leonardo da Vinci, Voltaire und Rousseau wieder an Bedeutung.
Zu einer wirklichen Bewegung wurde die vegetarische Ernährungsweise in Europa im 19. Jahrhundert, die vegetarische Kost galt als gesünder und wieder wurde ein Zusammenhang zwischen aggressivem Verhalten und dem Fleischverzehr vermutet. 1801 wurde in London der erste Vegetarier-Verein gegründet und 1847 wurde die Vegetarian Society gegründet. In diesem Jahr entstand auch die Begriffsbezeichnung „Vegetarismus“. 1867 wurde in Deutschland die Vegetarische Vereinigung gegründet und nach dem ersten Weltkrieg verstärkte sich der Vegetarismus nochmals.
Heute beläuft sich die Anzahl der Vegetarier in Deutschland auf ca. 10% der Bevölkerung.

Motive

Menschen ernähren sich aus ganz unterschiedlichen Gründen vegetarisch und verfolgen verschiedene Ziele.
Einerseits steht natürlich die Gesundheit im Vordergrund. Eine vegetarische Ernährung kann durch eine geringere Fett- und Eiweißaufnahme gegen Zivilisationskrankheiten wirken oder diese sogar verhindern. Dazu zählen unter anderem Diabetes, Gicht und Fettstoffwechselkrankheiten. Auch Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht kann entgegengewirkt werden.
Andererseits spielen auch oft ökologische, ethische oder religiöse Motive eine Rolle. Die Schadstoffaufnahme kann verringert und natürliche Ressourcen können geschont werden. Emissionen können durch eine fleischfreie Ernährung ebenfalls reduziert werden. Ein häufiger Grund besteht auch darin, dass Menschen nicht wollen, dass Tiere für ihre Existenz getötet werden.

Ernährungsaufbau

Wenn man sich vegetarisch ernährt sollte man einige Dinge beachten und sich an bestimmte Regeln halten, um nicht an Mangelerscheinungen etc. zu erleiden. Da hier eine abwechslungsreiche Ernährung besonders wichtig wird, sollte man sich an der von Experten konzipierten vegetarischen Ernährungspyramide orientieren.
Hinzu kommt, dass man viel Wasser trinken, und mindestens 500 Gramm Obst und Gemüse täglich zu sich zu nehmen sollte, um für genügend Vitamine, Ballaststoffe und Mineralstoffe zu sorgen. Es wird empfohlen täglich Getreideprodukte oder Kartoffeln essen, da dort viele Kohlenhydrate enthalten sind. Für genügend Kalzium und Eiweiß sorgen Milch und Milchprodukte. Eier und Hülsenfrüchte liefern Eiweiß, Vitamine und Ballaststoffe. Von pflanzlichen Ölen und Fetten sollten täglich ca. 60 bis 80 Gramm verzehrt werden, da sie wichtige ungesättigte Fettsäuren enthalten. Es ist zu empfehlen nicht sehr viel Zucker und Süßes zu essen.
Da Fleisch viel Eiweiß, Eisen und Zink beinhaltet, sollte sichergestellt werden, diese Nährstoffe durch andere Lebensmittel aufzunehmen. Da es viele Mangelerscheinungen gibt, die von nicht abgedeckten Nährstoffen auftreten können, ist es wichtig immer eine gesunde, ausgewogene und an der Nahrungsmittelpyramide orientierte Ernährung sicherzustellen. Wichtig ist es auch ,trotz des Fleischverzichts, genügend Vitamin B12, Vitamin D, Eisen , Kalzium und Eiweiß aufzunehmen.
Als alternative Nahrungsmittel zu tierischen Produkten sind Sojaprodukte, Quorn, Seitan sowie Soja- und Weizenstärke gut geeignet.

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