Balkon-Kräutergarten: Anlegen und Kräuter nutzen

Das eigene kleine Kräuterparadies auf dem Balkon – das sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch noch nützlich. Ob Sie nun die Kräuter zum Kochen benutzen oder um kleine Beschwerden zu lindern, ist ganz Ihnen überlassen. Wir haben Tipps für Sie, was Sie beim Balkongarten anlegen beachten müssen und wie Sie ausgewählte Kräuter nutzen können.

Inhaltsverzeichnis

Balkongarten anlegen

Wer in der Stadt wohnt, hat meist keinen Platz einen eigenen Garten anzulegen. Hier bietet sich ein Balkongarten an: Pflanzen Sie anstelle von Blumen doch einfach mal Kräuter in die Blumenkästen! Das ist eine tolle Möglichkeit, frische und schmackhafte Kräuter zu ernten und in der Küche zu verarbeiten. Sie können manche Kräuter sogar außerhalb der Küche nutzen. Allerdings gibt es dabei ein paar Dinge zu beachten.

Gefäß: Kräuter sollten nicht zu eng beieinander gepflanzt werden, da sie dann zu wenig Licht und Luft bekommen und nasse Blätter schlecht trocknen können. Zudem ist die Nährstoffversorgung in diesem Fall auch nicht optimal, wodurch sich Pilze und Schädlinge bilden können. Achten Sie darauf, dass in einen Blumenkasten mit 40 cm Länge und 15 cm Breite nur zwei Kräuter gepflanzt werden. Pro Kräuterpflanze können Sie mit 20 cm Platz rechnen – so können Sie die Größe Ihres Blumenkastens bestimmen. Achten Sie bei der Auswahl des Gefäßes auch darauf, welche Kräuter Sie pflanzen wollen. Kräuter wie Dill und Liebstöckel wurzeln zum Beispiel ziemlich tief, daher benötigen Sie hier auch eher einen tiefen Topf, anstatt einen Blumenkasten. Dazu eignen sich besonders Terrakottatöpfe – sie regulieren die Feuchtigkeit besonders gut.

Erde: Neben der Wahl des Gefäßes ist auch die Wahl der Erde für den Erhalt der Kräuter wichtig. Blumenerde ist für Kräuter nicht geeignet, da sie zu viele Nährstoffe enthält. Mediterrane Kräuter wie z.B. Rosmarin, Lavendel oder Bohnenkraut, benötigen eher sandige und durchlässige Böden. Für Ihren Kräutergarten können Sie daher Erde zusammenmischen. Verwenden Sie dazu je ein Drittel Sand, Kompost und normale Gartenerde. Sollten Sie diese Zutaten nicht selbst zusammenmischen können, können Sie fertig gemischte Kräutererde auch in jeder Gärtnerei kaufen.

Düngung: Damit die Kräuter auch ausreichend Nährstoffe erhalten, sollten Sie einmal im Monat von Spätfrühling bis Sommer gedüngt werden. Hierzu können Sie handelsüblichen Kräuterdünger verwenden.

Standort: Pflanzen Sie Ihre Kräuter an einem sonnigen, trockenen Platz auf Ihrem Balkon. Die meisten Kräuter lieben es sonnig und wachsen gut in der Sonne.

 

Kräuter pflanzen

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, welche Kräuter im Balkongarten angepflanzt werden. Wir geben Ihnen dennoch 6 Tipps, welche Kräuter besonders geeignet sind und was Sie beim pflanzen dieser Kräuter beachten müssen.

Petersilie: Wahrscheinlich ist Petersilie das vielseitigste Kraut. Die Aussaat können Sie von Ende März bis September vornehmen, wenn die Temperatur bei 18 bis 25 Grad liegt. Achten Sie darauf, dass Sie die Samen 0,3 bis 0,5 cm tief in die Erde eingraben. Nach 8 bis 10 Wochen können Sie die erste Ernte vornehmen. Am liebsten mag es Petersilie an einem sonnigen bis leicht schattigen Platz auf dem Balkon.

Basilikum: Basilikum eignet sich sehr gut als Topfpflanze. Wichtig ist, dass sie ausreichend Sonnenlicht bekommt. Die Aussaat können Sie hier ganzjährig vornehmen, solange die Pflanze an einem hellen und warmen Platz steht. Achten Sie beim Säen darauf, dass die Samen nicht unter der Erde liegen, da Basilikum ein Lichtkeimer ist.

Thymian: Thymian ist ebenfalls eine Pflanze, die viel Sonne benötigt. Die Aussaat erfolgt am besten von April bis Juni. Die Samen werden dabei nur leicht von der Erde bedeckt. Ernten können Sie den Thymian ganzjährig, wenn die Pflanze herangewachsen ist.

Schnittlauch: Schnittlauch verleiht jeder Speise einen frischen Geschmack und ist eine gute Alternative zur Zwiebel. Die Aussaat erfolgt am besten zwischen März und April. Die Samen müssen 2 cm unter der Erde begraben werden. Ernten können Sie den Schnittlauch von März bis Oktober. Achten Sie darauf, dass die Pflanze einen Platz in der Sonne hat, an dem auch etwas Halbschatten herrscht.

Oregano: Oregano ist DAS italienische Küchenkraut. Eine Tomatensauce ohne Oregano ist kaum vorstellbar. Oregano hat aber auch gesundheitsfördernde Eigenschaften. Die Aussaat kann ab Mitte Februar erfolgen, achten Sie darauf, dass die Pflanze einen Platz in der Sonne bis Halbschatten hat. Die Samen dürfen nicht von der Erde bedeckt werden, da es Lichtkeimer sind. Ernten können Sie das Kraut dann von August bis September.

Rosmarin: Rosmarin ist ein beliebtes Kraut, welches häufig beim Grillen genutzt wird. Ihm werden allerdings auch Heilkräfte zugesagt. Die Aussaat kann ab Mitte März erfolgen und die Samen müssen 2 cm tief in der Erde vergraben werden. Zudem sollte Rosmarin in der Sonne stehen. Ernten können Sie Rosmarin ganzjährig, wenn die Pflanze herangewachsen ist.

Tipp: Um dem Ganzen noch etwas Charme und Kreativität zu geben, können Sie für jedes gepflanzte Kraut ein kleines Schild basteln, welches Sie dann in die Erde zu dem jeweiligen Kraut stecken. Auf das Schild können Sie dann den Namen des Krauts schreiben und/oder etwas malen. Das sieht nicht nur schön aus, sondern hilft Ihnen zu Beginn auch die Kräuter auseinanderzuhalten.

 

Küchenkräuter nutzen



Petersilie:

  • Ist mineralstoffreich, verdauungsfördernd und wirkt entzündungshemmend
  • Hilfreich bei Insektenstichen und Verdauungsbeschwerden
  • Kulinarisch köstlich für Pesto, Marinade, Aufstriche u.v.m.

Basilikum:

  • Wirkt antibakteriell, blutdrucksendend, entzündungshemmend und aphrodisierend
  • Lindert Verdauungsbeschwerden und Migräne, fördert die Verdauung und dämmt Entzündungen im Körper und im Magen- und Darmbereicht
  • Kulinarisch köstlich zu italienischen Speisen, als Gewürzmischung oder Dekoration von Speisen u.v.m.

Thymian:

  • Wirkt hustenstillend, antibakteriell, krampflösend, schleimlösend, appetitanregend, verdauungsfördernd und fiebersenkend
  • Hilfreich bei Husten, Erkältung, viralen Infekten und Magen-Darm-Effekt
  • Kulinarische Verwendung als Tee, Honig, Sirup, Gewürzmischung oder Likör

Schnittlauch:

  • Wirkt verdauungsfördernd, blutreinigend, appetitanregend, antibakteriell, harntreibend, schleimlösend, aphrodisierend
  • Hilfreich bei Harnstau, Magen-Darm-Infekt, Aphrodisiakum
  • Kulinarisch köstlich in Eierspeisen, Salaten, grüner Sauce oder zu Kartoffeln mit Quark

Oregano:

  • Wirkt antibakteriell und antiviral, antifungal, verdauungsfördernd
  • Hilfreich bei Fieber, Erbrechen, Durchfall, Mundgeruch, Pilzinfektionen und bakteriellen Infekten
  • Kulinarisch köstlich als Gewürzmischung oder Tee
  • geringere Infektanfälligkeit

Rosmarin:

  • Wirkt beruhigend, blutdrucksenkend, schmerzstillend, tonisiert, entzündungshemmend
  • Hilfreich bei Depressionen, Verdauungsbeschwerden, Leberbeschwerden, rheumatische Beschwerden
  • Kulinarisch köstlich als Saft, Tee, Sirup, Marmelade oder Gewürzmischung

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  • Sehr süße Idee!

    Werde ich direkt mal nachmachen, mit selbst angebauten Kräutern schmeckt das Essen bestimmt doppelt so lecker ;-)
    Aber eine Frage: Sollten unten Löcher sein im Balkonkasten? Damit überschüssiges Wasser ablaufen kann?