Die richtige Ernährung eines Kaninchens

Die Ernährung eines Kaninchens ist nicht sehr kompliziert. Man sollte aber dennoch ein paar Dinge beachten, denn der Verdauungstrakt eines Kaninchens ist recht empfindlich und entscheidend für das allgemeine Wohlbefinden. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung muss auch nicht teuer sein. Im Gegenteil: Vieles was Sie brauchen, finden Sie in der freien Natur. Auch Kaninchen sind sehr soziale Tiere und sollten immer paarweise gehalten werden.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zu Futter und Verdauung

Neben der Ernährung des Kaninchens muss auch der Verdauungsapparat Beachtung finden. Dieser ist nämlich auch mit ein paar Besonderheiten ausgestattet, so z.B. durchläuft die Nahrung des Kaninchens von der Aufnahme bis zur Ausscheidung den Verdauungstrakt in nur 7 Stunden. Außerdem ist es sehr wichtig zu verstehen, das immer Nahrung nachgeschoben werden muss, da der Darm des Kaninchens nur sehr schwach bemuskelt ist.

Aus diesem Grund muss ein ständiges Nahrungsangebot herrschen sonst kann es zu gefährlichen Nahrungsstaus kommen. Ein hoher pflanzlicher Fasernanteil hilft dem Darm dabei, das Futter leichter zu transportieren. Des Weiteren ist es wichtig für die Versorgung mit Aminosäuren und Vitaminen.

Ernährung Sommerzeit

Wie schon im obigen Text erwähnt ist es wichtig für die Verdauung des Kaninchens, Futter mit hohem Pflanzenfaseranteil zu fressen. Am gesündesten ist es, auf eine bunt gemischte Kräuterwiese zu gehen und dort frisches Grünzeug zu pflücken. Der ideale Speiseplan sollte (wie auch bei den wildlebenden Verwandten) zum Großteil aus verschiedenen Sorten von Gräsern und Kräutern bestehen. Außerdem sollte immer ein Angebot an frischem Heu vorhanden sein.

Sollten nicht genügend Kräuter und Gräser zur Verfügung stehen, sollten Sie Gemüse füttern. Wichtig: Es sollte sich überwiegend um Blatt- sprich Grüngemüse handeln, welches rund um die Uhr zur Verfügung steht. Wechseln Sie die verschiedenen Sorten ab um es aufregend für das Kaninchen zu halten. Welkes, gefrorenes und gekochtes Gemüse sollte nicht angeboten werden.

Die meisten einheimischen Obstsorten werden vom Kaninchen vertragen sollten aber immer nur als Beigabe gefüttert werden, denn Sie enthalten wenig Pflanzenfasern. Zur Wasseraufnahme stellen Sie am besten einen schweren Keramiknapf zur Verfügung und platzieren ihn erhöht oder an einer streufreien Stelle.

Ernährung Winterzeit

Auch im Winter ist es möglich noch draußen selbst frisches Grünzeug zu pflücken, aber doch nur in begrenztem Maße. Alternativ muss jeden Tag ausreichend frisches Grünfutter gefüttert werden wie z.B. Salat, Mangold, Karottengrün, Chicorée und Spinat. Es bietet sich auch an Kohlgemüse zu verfüttern, jedoch muss beachtet werden, dass man dies nicht zusammen mit handelsüblichem Trockenfutter geben darf. Außerdem muss das Kaninchen erst langsam an Kohl gewöhnt werden also schrittweise anfüttern. Es eignen sich Kohlrabiblätter, Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Wirsing etc.

Dazu ergänzend sollte immer ein Vorrat an frischem Heu angeboten werden. Das Heu kann mit einer Trockenkräuter-Mischung bestreut werden. Die Kräuter sind gute Vitamin- und Nährstofflieferanten und fördern dadurch das Wohlbefinden und die Verdauung des Kaninchens. Ein wichtiger Energielieferant im Winter ist Obst. Einheimische Sorten wie Apfel und Birne können ergänzend in kleinen Mengen gefüttert werden.

Häufige Fütterungsfehler

  1. Die Kaninchen bekommen nur Trockenfutter aus dem Handel. Trockenfutter macht die Verdauung sehr anfällig und führt zu Frischfutterunverträglichkeiten. Außerdem müssen die Kaninchen den ganzen Tag fressen um ihre Verdauung in Gang zu halten und auch um einen Zahnabrieb zu gewährleisten. Anstatt Trockenfutter können Sie im Zoohandel auch voll deklarierte Produkte finden, die anstatt von ungesunden Nebenerzeugnissen viele Kräuter enthalten.
  2. Leckerlies und Knabberstangen sind leider auch ungeeignet für Kaninchen, da diese Zucker, Honig, Milch, Eier etc. enthalten. Kaninchen freuen sich am meisten über eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. Füttern Sie doch alternativ etwas Banane oder ein Stück Apfel.
  3. Es wird nur Trockenes gefüttert. Zwar ist z.B. Heu ein wichtiger Bestandteil des Ernährungsplans aber es sollte immer auch frisches Futter geben, da sonst der Stoffwechsel verlangsamt wird und es durch die fehlende Feuchtigkeit zu z.B. Harnwegsinfekten kommen kann.

Als groben Leitfaden für Ihren heimischen Nager orientieren Sie sich einfach an deren wilden Verwandten, denn die Gewohnheiten und Verdauung sind dieselben. Fast alles was Sie brauchen finden Sie in der Natur und Ihre Kaninchen werden es Ihnen danken, wenn sie abwechslungsreich ernährt werden.
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